Sobald die Matte ausgerollt wird, scheint die Zeit automatisch etwas langsamer zu laufen. Wenn du schon mal Yoga praktizierst hast, kennst und liebst du dieses Gefühl schon längst. Falls du aber noch nie etwas mit Yoga zu tun hattest, fragst du dich wahrscheinlich, warum immer mehr Menschen von Yoga begeistert sind.

Yoga, ist das Sport? Eine Religion? Was bedeutet Pranayama?  Wieso tönt man beim Yoga Om? Hier Antworten zu einigen  Fragen zum Thema Yoga , die dich vielleicht bewegen:

Was bedeutet Yoga für mich?

Yoga ist für mich ein ganzheitlicher Übungsweg für mehr Klarheit, innere Kraft und Lebensfreude. Für mich ist Yoga ein Lebensweg. Ein Weg zu mir selbst. Es geht darum, liebevoll und so ehrlich wie möglich Zeit mit sich selbst zu verbringen: mit den Empfindungen im Körper, in der Atmung, in den Gedanken, im Herzen– mit Allem, was gerade ist.

Ist Yoga für dich gut?

Möchtest du etwas für dich, für deinen Körper und ein glückliches Leben tun?

Möchtest du mehr Leichtigkeit, Klarheit, Lebensfreude und innere Kraft empfinden?

Möchtest du mit gleichgesinnten eine gute Zeit ohne Ehrgeiz und Druck erleben?

Möchtest du einfach nur mal du sein, dich wieder spüren?

Dann ist Yoga der richtige Weg für dich.

Wer kann Yoga machen?

Yoga eignet sich für jeden. Da es viele verschiedene Varianten gibt. Letztendlich kommt es also nur darauf an, das Yoga zu finden, das zum eigenen Typ und Gesundheitszustand passt.  Yoga kennt kein Alter, kein Geschlecht, denn sowohl Männer als auch Frauen, Kinder, Schwangere profitieren von der jahrtausendealten Praxis!

Was bringt dir Yoga?

Über deine Bewegung beim Yoga entsteht Lebendigkeit. Und aus der Ruhe des Verweilens entwickelt sich Klarheit und neue Kraft. Über die Fokussierung auf deinen Atem und deinen Körper lernst du deine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, Verspannungen zu lösen und die innewohnende Lebenskraft ins Fließen einzuladen. Durch Meditation und Atemübungen beruhigen wir die Gedanken und du erlangst neue Klarsicht. So kann sich Lebendigkeit in deinem Körper, mehr Freiheit in deinem Kopf und ein Raum für Freude im Herzen entfalten. Das Ergebnis ist ENT-Spannung auf allen Ebenen.

Ursprung und Geschichte von Yoga

Yoga hat ein stolzes Alter: Vor über 2000 Jahren ist es in Indien entstanden. Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet  übersetzt „Einheit, Harmonie“. Nach indischer Tradition geht es beim Yoga nicht in erster Linie um den körperlichen Aspekt, sondern vielmehr darum, in den eigenen Geist einzutauchen und ihn zu erfassen, zu verstehen und zu erweitern.

Warum spricht man im Yoga SANSKRIT?

SANSKRIT  –  die heilige Sprache Indiens.

Was Englisch in der Business Sprache ist, ist Sanskrit im Yoga – für Nicht-Yogi-Ohren kann das anfangs ganz schön verwirrend sein aber auch geheimnisvoll. Sanskrit – die heilige Sprache der Hindus, ist seit über tausend Jahren die Sprache des Yoga, da alle religiösen Schriften so erfasst wurden. Die Schrift, der sogenannten Devangari-Schrift, erinnert uns ein bisschen an chinesische Schriftzeichen.

Namasté  (Sanskrit  नमस्ते)

Keine Angst, du sollst als Yogi  diese heilige Sprache Sanskrit nicht beherrschen. Es gibt jedoch ein paar Grundbegriffe, die so gut wie in jeder Yogastunde vorkommen. Mit folgenden Sanskrit Begriffen kommst du sicher durch jede Yogastunde:

ASANA   

So nennt man die die Körperhaltungen und -übungen im  Yoga.

MUDRA – der Fingerzeig mit Wirkung

sind Gesten, die Energie lenken können. Am bekanntesten sind Mudras, die mit Händen und Fingern geformt werden. Übersetzt bedeutet Mudra „Das, was Freude gibt“ – „Mud“ heißt Freude, „ra“ geben . Es sind  Körper und Geisteshaltungen zur Verdichtung und Lenkung der Lebensenergie.

Das häufigste Mudra beim Yoga ist sicherlich das Anjali Mudra, auch Namaskar Mudra genannt. Schon alleine die Ausführung – die Hände vor dem Herzraum zusammenlegen – unterstützt die innere Sammlung. Wenn du dann vielleicht noch bewusst den Kopf bzw. die Stirn ganz leicht, wenn auch nur Millimeter, den Händen zuneigst und dir den Raum zwischen Herzraum, Stirn und Händen vergegenwärtigst, dann kann das schon reichen in eine tiefe Empfindung zu kommen. Das Anjali Mudra ist im Yogaunterricht oft Teil der Begrüßung und Verabschiedung und wird häufig während des Om-Singens gehalten.

Ein weiteres oft angewendetes Mudra  ist auch das Mudra des offenen Geistes – Jnana oder Chin Mudra. Bei diesem Mudra berühren sich Daumen und Zeigefinger, die restlichen Finger werden abgespreizt. Wenn sie mit der Handfläche nach unten praktiziert wird, wird sie Jnana Mudra genannt – zeigen die Handflächen nach oben, wird sie Chin Mudra genannt. Das Mudra ist das beliebteste Meditations-Mudra – nicht umsonst bedeutet Chin „uneingeschränktes Bewusstsein“. Das Chin/Jnana Mudra lässt den Übenden innerlich friedlicher und harmonischer werden und verstärkt in Kombination mit regelmäßiger Meditation die intuitive Weisheit des Übenden.

Grundsätzlich wirken Mudras mit den Handflächen nach unten eher erdend, solche mit den Handflächen nach oben symbolisieren, dass Inspiration von einer höheren Stelle empfangen werden soll.

MANTRA – Klangschwingungen für die Seele

Sind heilige Klänge, die den Geist reinigen und frei machen. In der Mantra Bedeutung wecken die wunderbaren Klangerlebnisse heilsame Gefühle wie Liebe, Zufriedenheit, Gelassenheit und Freude. Mantras sind Silben, Worte oder Verse der Kraft, stärken die Selbstheilung, dringen durch das Rezitieren in unser Bewusstsein und befreien es von negativen Einflüssen. Wir können ein Mantra sprechen, denken, singen, flüstern oder summen. Das wohl bekannteste ist „Om“. Oder aber auch die, die einen Gott oder Avatar bezeichnen – z.B. „Om namah sivaya“ zur Verehrung Shivas  oder das tibetische „Om mani padme hum“ = „Juwel im Lotus“.

NADIS 

sind die feinstoffliche Kanäle, die den ganzen Körper durchziehen, in denen die Lebensenergie → Prana zirkuliert. In unserem Körper haben wir ungefähr 72.000 Nadis. Wenn alle Nadis wunderbar frei sind und einwandfrei funktionieren, dann geht es uns gut. Da wir aber  das ein oder andere kleine Problemchen mit uns herum tragen, müssen bei den meisten Menschen die Nadis mit Hilfe von Pranayama gereinigt werden. Sushumna gilt als zentraler Haupt-Nadi und verläuft vom Beckenboden  durch den Spinalkanal unserer Wirbelsäule bis zum Schädeldach. 


NADI SHODANA

 „Wechselatmung“, auch Anuloma Viloma Atemübung zur Reinigung der → Nadis

NAMAS(TE) –  VEREHRUNG  DIR !

Auch  „Namasté“ stammt aus dem indischen Sanskrit. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Silben nama (verbeugen), as (ich) und (du). Übersetzen lässt sich Namasté also mit „Verbeugung zu dir“ oder „Ich verbeuge mich vor dir“. Damit drückt man Ehrerbietung aus und erkennt die Anwesenheit des Gegenübers dankbar an.

Das Wort NAMASTE wird meist laut gesprochen, kann aber einfach auch nur durch eine Gestik ausgedrückt werden, dem – Anjali Mudra – dem Aneinanderlegen der Handflächen vor der Brust oder, um beim Yoga-Wortschatz zu bleiben, dem Herz-Chakra. Es soll dir Energie verleihen, da durch die Geste beide Gehirnhälften miteinander vereint werden. Namasté wird dann ausgedrückt, indem man mit geschlossenen Augen den Kopf Richtung Herz neigt, also eine angedeutete Verbeugung macht. Wenn du schon einmal Yoga gemacht hast, kennst du das wunderbare Gefühl der Ruhe, das sich während der Praxis einstellt.

Namasté drückt im Grunde all das aus, was Yoga bewirken kann: Dankbarkeit, Selbstliebe, das Finden und Bewahren von eigener Energie, Respekt und Achtsamkeit – ein kleines Wort mit großem Inhalt also. In diesem Sinne: Namasté!

OM (AUM) –  DIE   HEILIGE   URSILBE

OM ist die heilige Silbe der Hindus und Buddhisten. Die wörtliche Übersetzung lautet: „Ich Bin“ und symbolisiert Sein und Bewusstsein in jeglicher Form. Om ist der heilige Klang des Universums, Ursprung aller Existenz – der UR-KLANG. Das Mantra OM ist harmonisierend und zentriert uns.

Wann und warum sagt man Om?

Du kennst Om wahrscheinlich als schmückendes Element in Form der Sanskrit-Schreibweise, oder auch von der Yogastunde. Vor und nach dem Yoga wird nämlich oft Om gesagt, um die Praxis einzuläuten bzw. abzuschließen. Wenn du dir einmal langsam ein Om vorsagst, wirst du sofort die Schwingungen bemerken, die dabei im Körper entstehen. Im Yoga soll diese Vibration das Bewusstsein für die Meditationspraxis wecken und Einklang für Körper, Geist und Seele herstellen.

Herkunft von Om

Die kleine und doch so wichtige Silbe besteht aus den drei Buchstaben A, U und M, welche charakteristisch für die drei Veden sind. Die Veden („Wissen“) sind religiöse Texte des Hinduismus und wurden zuerst in sehr alten indischen Schriften erwähnt, den Upanishaden.

Diese drei Buchstaben stehen entweder für die drei Götter Vishnu (A), Shiva (U) und Brahma (M) oder werden als Symbole für drei Bewusstseinszustände verstanden: A bedeutet Wachen, U steht für Träumen und M für Tiefschlaf. Hinzu kommt ein vierter Zustand, nämlich Stille. Eigentlich besteht Om also nicht aus drei, sondern aus vier Teilen, von denen man aber logischerweise bei der Aussprache nicht alle hört.

Was bedeutet Om genau?

Eine genaue wörtliche Übersetzung für Om gibt es nicht wirklich, grob gesagt drückt man damit aber aus: „Alles, was gewesen ist, was ist und noch sein wird.“ Om steht also gleichzeitig für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ganz schön viel Inhalt für so eine kurze Silbe! Wie schon gesagt, gilt Om quasi als Urklang, also als jener Laut, der allen anderen vorausgeht. Im Hinduismus ist Om damit der Klang der Schöpfung. Om ist also weniger ein Wort als vielmehr eine Silbe, die als Mantra eingesetzt wird und dabei helfen soll, sich des eigenen Geistes bewusst zu werden und im Moment anzukommen. Das chanten von „om“ kann wunderbar sein – wenn man sich einmal darauf einlassen mag. Probiert es einfach mal…

PRANA     

Lebensenergie, Lebenskraft


PRANAYAMA  –   DIE   ATEMKONTROLLE

ist ein ganz wesentlicher Teil der Yoga-Praxis. Prana, die Lebensenergie, leitet uns durch die körperliche Yogapraxis und kann die einzelnen Übungen vertiefen. Der Begriff setzt sich zusammen aus Prana (Lebensenergie/Atmung) und Ayama (beherrschen, kontrollieren). Pranayama bedeutet also schlicht und einfach, die Lebensenergie zu kontrollieren, und das geschieht durch Atemübungen. Yoga kommt insofern ins Spiel, als die Körperübungen (Asanas) an der Atmung ausgerichtet sind und dadurch unterstützt werden. Damit steht beim Yoga die Atemtechnik grundsätzlich noch vor der körperlichen Bewegung. Lange Rede, kurzer Sinn: Wie du dich fühlst, kannst du maßgeblich durch die richtige Atmung beeinflussen.

SURYA NAMASKAR(A)  –   DER   SONNENGRUSS
ICH GRÜSSE DAS LICHT!

DIE Basis-Übungsreihe eigentlich aller Yoga-Übungen. Bestehend aus bis zu zwölf dynamisch ausgeführten Stellungen.

Sehr energetisierend – vor allem am Morgen!

SHAVASANA  –  WUNDERVOLLE   ENDENDSPANNUNG

Sehr beliebt bei den Yogis die s.g. Totenstellung, also völlige Regungslosigkeit – diese Asana wird immer am Ende der Yoga-Praxis eingenommen und auch als Endendspannung bezeichnet.

HATHA  YOGA – DER  KLASSIKER

Geeignet  für Einsteiger
Charakter: Sanft-entspannend

Im Grunde sind alle im Westen beliebten Yogastile (Ashtanga, Iyengar, Jivamukti, Vinyasa, etc.) auf dem Hatha Yoga begründet, denn im Grunde heißt der Begriff erst einmal nicht viel mehr als Yoga- Praxis mit Körperübungen. „Ha“ steht dabei für Sonne und „Tha“ für Mond und deren Vereinigung erweckt die sagenhafte Kundalini, die verborgene Schlangenkraft. Wichtigstes Lehrbuch ist die „Hatha-Yoga- Pradipika“ oder „Hathapradipika“, ein Text aus dem 15. Jahrhundert. In ihr sind die Techniken beschrieben, wie der Körper zum Erreichen der existenziellen und spirituellen Ziele des Yoga eingesetzt werden kann: Asanas, Pranayama und Meditation. Hatha Yoga, wie es von vielen Yogalehrern unterrichtet wird, ist meist eine sehr individuelle Form des Unterrichts, die sich aus der eigenen Ausbildung und Praxis zusammensetzt. Es stehen eher die Zeit mit sich und dem eigenen Atemund Körper, Entspannung und die wohltuende, sanfte Körperarbeit im Mittelpunkt.

YIN  YOGA   – MIT   OHNE  YANG

Geeignet für: Durchhaltevermögende
Charakter: Sanft-dehnend

Oh wie wunderbar! Endlich ein Gegenpol zu den vielen dynamischen Stilen… Paulie Zink und später sein. Schüler Paul Grilley schufen eine durchaus intensive Stilrichtung – aber ohne Krafteinsatz (Yang), aber dafür  mit viel Erdung und Ruhe (Yin). Die Asanas werden so passiv wie möglich, also ohne Muskelkraft, aber möglichst lange (3 bis 5 Minuten) gehalten,um wirklich loszulassen und in die Asana hinein zu sinken. Bindegewebe und Faszien werden intensiv gedehnt und gelöst, die Lebensenergie kann fließen. Herrlich…

FAZIT: YOGA  ALS  LEBENSPHILOSOPHIE ?

Ist Yoga also ein Alleskönner? Nun ja: Natürlich kann es keine Knochenbrüche heilen oder sonstige Wunder bewirken. Wenn du dich allerdings auf die Philosophie der Einheit von Körper und Geist einlässt, wirst du schnell merken, dass sich dein Alltag positiv verändert. Stress und Sorgen werden durch Yoga zwar nicht weniger, doch du wirst spüren, dass du viel besser damit umgehen kannst. Yoga fördert deine Kraft  und Gelenkigkeit, sodass du ein stärkeres Bewusstsein für deinen Körper entwickelst und dich dank entschlackender Wirkung einfach besser fühlst. Yoga ist kein Leistungssport – und vor allem geht es nicht um Ehrgeiz. Wenn du noch keine Erfahrung hast, darfst du dir also ruhig Zeit nehmen, um dein ganz eigenes Tempo zu finden. Sobald du es gefunden hast, wirst du feststellen: Es hat schon einen Grund, warum diese uralte Lebensweise auch im 21. Jahrhundert noch so beliebt ist…

Gerne möchte ich dich dabei begleiten.